Werkzeugbox. Jugend gerecht werden
Fachkräfte

Wie können sich Jugendliche an Europa beteiligen?

Sie wollen Jugendliche bei einer nachhaltigen Beteiligung unterstützen? Dann sollten Sie den Strukturierten Dialog als Möglichkeit der Jugendbeteiligung von der kommunalen bis zur europäischen Ebene kennenlernen.

Der Strukturierte Dialog

Junge Menschen haben das Recht, bei Entscheidungen, die ihr Leben betreffen, gefragt und einbezogen zu werden. Das gilt für alle politischen Ebenen: von der Kommune bis zur Europäischen Union und darüber hinaus.

Mit dem Strukturierten Dialog werden Jugendliche „von unten nach oben“ in die Gestaltung europäischer Politik einbezogen. Dabei setzt man auf den direkten und regelmäßigen Austausch zwischen Jugendlichen und politischen Entscheidungsträgerinnen und -trägern. Jugendliche bringen ihre Anliegen persönlich vor; Politik und Verwaltung setzen sich ernsthaft damit auseinander und geben ein Feedback. Er fördert so die aktive Beteiligung junger Menschen am demokratischen Leben in Europa. Der Dialog kann in unterschiedlicher Form stattfinden. Er ist aber immer durch ausgewählte Themen und feste Zeitläufte strukturiert. Im Praxis-Handbuch "Damit wir uns richtig verstehen" werden konkrete Methoden, Schritte und Abläufe für die Implementierung der Vorhaben des Strukturierten Dialogs vorgestellt.

Als Fachkräfte sind Sie oftmals in einer vermittelnden und „übersetzenden“ Rolle zwischen Politik und den Jugendlichen gefordert. Mit dem Strukturierten Dialog können Sie die Dialogprozesse und lokale Projekte unterstützen. Die Jugendlichen, mit denen Sie arbeiten, können eine Projektförderung aus dem EU-Programm Erasmus+ JUGEND IN AKTION erhalten, um ein konkretes Projekt im Strukturierten Dialog mit Entscheidungsträgerinnen und -trägern vor Ort durchzuführen. Das Praxisbuch zum Strukturierten Dialog erläutert, wie der Dialog umgesetzt wird und wie die Praxis aussehen kann. Sehr anschaulich kann es werden, wenn Sie sich ein Mitglied des  „jump - Junge Multiplikator/-innen im Strukturierten Dialog“- Team zu Ihnen an die Schule, ins Jugendzentrum oder in den Jugendverband holen, um Informationen über den Strukturierten Dialog aus erster Hand zu bekommen.

Weitere Beispiele für Jugendbeteiligung mit Europa

Im grenznahen Bereich liegt die Idee einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit nahe: die Jugendlichen auf der anderen Seite der Grenze haben vielleicht ganz ähnliche Wünsche oder Probleme wie Ihre Jugendlichen. In Brandenburg hat das zur Gründung des Oderjugendrates geführt, in dem Jugendliche aus DE und PL zusammen arbeiten und die Politikerinnen und Politiker auf beiden Seiten von Oder und Neiße mit ihren Ideen konfrontieren.

Strategisch sinnvoll ist auch die Verknüpfung der lokalen Partizipationsarbeit mit Städtepartnerschaften der Heimatsstadt. Das Projekt INTEGRAL in Hannover kann dafür Anregungen geben.

Diese und andere Praxisbeispiele sind in der Broschüre Mehr Europa“ in Partizipationsprojekten aufgeführt.