Werkzeugbox. Jugend gerecht werden
Jugendliche

Kann man sich auch an Europa beteiligen?

Ja, das geht! Brüssel scheint zwar manchmal ganz schön weit weg, aber es gibt einen direkten Weg für alle Jugendlichen, einen Dialog zwischen Jugendlichen und europäischen Poliker/-innen auf Augenhöhe: den „Strukturierten Dialog”!

Jugendbeteiligung in Europa

Als junge Menschen habt ihr das Recht, bei Entscheidungen, die Euer Leben betreffen, gefragt und einbezogen zu werden. Das gilt für alle politischen Ebenen: von der Kommune bis zur Europäischen Union und darüber hinaus.

der Strukturierte Dialog

Mit dem Strukturierten Dialog werden Jugendliche „von unten nach oben“ in die Gestaltung europäischer Politik einbezogen. Dabei setzt man auf den direkten und regelmäßigen Austausch zwischen Jugendlichen und politischen Entscheidungsträgerinnen und -trägern  und zwar auf Augenhöhe: Jugendliche bringen ihre Anliegen persönlich vor; Politik und Verwaltung setzen sich ernsthaft damit auseinander und geben ein Feedback. So soll die aktive Beteiligung junger Menschen am demokratischen Leben in Europa gefördert werden. Der Dialog kann in unterschiedlicher Form und mit unterschiedlichen Methoden stattfinden. Er ist aber immer durch ausgewählte Themen und feste Zeitläufte strukturiert. Wie das geht?

Ihr könnt entweder einfach bei einer gerade laufenden Beteiligungsrunde mitmachen oder Projektförderung aus dem EU-Programm Erasmus+ JUGEND IN AKTION erhalten, um ein konkretes Projekt im Strukturierten Dialog mit Entscheidungsträgerinnen und -trägern vor Ort durchzuführen. Oder ihr bittet jemanden vom  „jump - Junge Multiplikator/-innen im Strukturierten Dialog“- Team zu Euch an die Schule, ins Jugendzentrum oder in den Jugendverband, um Informationen über den Strukturierten Dialog aus erster Hand von einem jungen Menschen zu bekommen. Einmal im Jahr habt ihr auch die Möglichkeit, an der Veranstaltung JuPiD („Jugend und Politik im Dialog“) gemeinsam mit anderen Jugendlichen und Politikerinnen und Politikern aus dem ganzen Bundesgebiet teilzunehmen.

Weitere Beispiele für Jugendbeteiligung in Europa

Ähnlich wie der Deutsche Bundesjugendring auf Bundesebene gibt es auch auf europäischer Ebene einen Dachverband der Jugendverbände – das Europäische Jugendforum (European Youth Forum – EYF), das sich für die Interessen junger Menschen in Europa einsetzt.

Wie europäische Politik funktioniert, könnt ihr auch beim Europäischen Jugendparlament in Deutschland e.V. (EJP) erfahren. Das EJP bietet Jugendlichen zwischen 16 und 22 Jahren durch Parlamentssimulationen einen Raum, um eure Meinungen zu europäischen Themen zu äußern und auszuprobieren, wie europäische Parlamentsarbeit läuft.

Wohnt ihr im grenznahen Bereich? Dann haben die Jugendlichen auf der anderen Seite der Grenze vielleicht ganz ähnliche Wünsche oder Probleme wie ihr! In Brandenburg hat das zur Gründung des Oderjugendrates geführt, in dem Jugendliche aus Deutschland und Polen zusammen arbeiten und die Politikerinnen und Politiker auf beiden Seiten von Oder und Neiße mit ihren Ideen konfrontieren. Scheint selbst mit zwei unterschiedlichen Sprachen zu klappen…

Ihr könnt aber auch die Städtepartnerschaft eurer Heimatsstadt entstauben und euch mit Jugendlichen aus euren Partnerstädten zu aktuellen Themen austauschen. So hat es z. B. im Projekt INTEGRAL in Hannover geklappt.

Diese und andere Praxisbeispiele sind in der Broschüre „Mehr Europa“ aufgeführt.